Referate + Hausarbeiten

Abgabe von Hausarbeiten

Sie reichen die Arbeit ein, wenn Sie fertig und gut ist. Ausnahmen sind die Veranstaltungen im Einführungsmodul (PS Einführung oder Übung Medien), dort ist der Abgabeschluss der 1. Mai bzw. 1. November im Folgesemester.

Ihre Proseminararbeiten, Seminararbeiten und Exkursionsberichte müssen immer persönlich  in einer der Sprechstunden meiner Tutor/innen abgegeben werden. Am Besten von Ihnen selbst; wenn Sie partout nicht können, von jemand Zuverlässiges und Vertrauenswürdiges. Die Tutor/innen kontrolliert vorab, ob die Formalia eingehalten sind. In der Vorlesungsfreien Zeit können Arbeiten in begründeten Ausnahmefällen bei vorheriger Absprache persönlich in einer meiner ‚Ferien‘-Sprechstunden vorbeigebracht werden.

Als Bearbeitungszeit rechnen Sie bitte mindestens acht (in Zahlen: 8 ) Wochen ein. Mindestens heißt:  In Zeiten, wo ich viel zu tun habe, kann es auch länger dauern.

Formale Anforderungen für Hausarbeiten:

Titelblatt

Inhaltsverzeichnis

Mindestens 10 (Übung) bzw. 15 (Seminar) Seiten Text , gezählt ohne Titelblatt, Inhaltsverzeichnis, Literaturliste, Anhänge und ohne Sperenzchen (normale Seiten- und Zeilenabstände, keine Seitenümbrüche, normale Schriftgröße) mit Fußnoten in wissenschaftlicher Zitation

Literaturliste mit mindestens 10 wissenschaftlichen Büchern und Zeitschriftenaufsätzen, bei geschichtsdidaktischen Hausarbeiten muss entsprechende wissenschaftliche geschichtsdidaktische Literatur dazu kommen.

Die Selbstständigkeitserklärung bitte ausfüllen, datieren, unterschreiben und der Arbeit beifügen.

 

Leitfaden für Referate, Hand-outs, Exkursionsberichte, Proseminar- und Seminararbeiten [1]

 

  1. Die Ziele

Das Ziel aller Ihrer Referate, Handouts und Seminararbeiten sollte sein: Menschen für Geschichte zu interessieren und zwar anhand eines Themas, das sie selbst interessant finden. Ist das gegeben, ergibt der Rest sich fast von selbst.

Auch wenn Ihre Seminararbeit nachher nur von ein oder zwei Leuten gelesen und Ihr Referat nur von zehn, fünfzehn Leuten gehört wird, haben Sie eine Gelegenheit zu üben – und professionelle Leser/innen und Zuhörer/innen, die Ihnen einen sinnvolles Feedback geben können.

Mit Referaten und mit den geschichtswissenschaftlichen Seminararbeiten, die sich aus diesen Referaten ergeben, weisen Sie nach

– dass Sie selbstständig mit Quellen und geschichtswissenschaftlicher und nicht-wissenschaftlicher Literatur umgehen können.

– dass Sie in der Lage sind, Ergebnisse Ihrer geschichtswissenschaftlichen Recherche und Ihres Nachdenkens darüber sinnvoll zusammenzufassen, zu gliedern und anderen verständlich zu machen.

Merke: Sie wissen, was andere nicht wissen, aber wissen sollten oder sogar wissen müssen. Dafür wollen Sie sorgen.

 

Mit Hochschulstunden (Unterrichtssimulationen) und den geschichtsdidaktischen Seminararbeiten, die sich aus Ihren Referaten und Hochschulstunden ergeben, weisen Sie nach, dass Sie in der Lage sind, die Ergebnisse Ihrer geschichtswissenschaftlichen Recherche und Ihres Nachdenkens darüber in Unterricht zu transformieren oder sie zumindest in Bezug zu Geschichtsunterricht zu setzen.

Merke: Sie wissen, was andere nicht wissen, aber wissen sollten oder sogar wissen müssen. Dafür sorgen Sie.

 

Zu jedem Referat gehört ein Arbeitspapier (das berühmte “Hand-out”). Aus diesem Arbeitspapier wird Ihre Seminararbeit entstehen. Zu jedem Referat und zu jeder Hochschulstunde gehören eine Sachanalyse. Diese Sachanalyse wird in Ihre Seminararbeit eingehen.

Merke: Wer ein gutes Arbeitspapier oder eine gelungene Sachanalyse verfasst, hat damit schon gute Vorarbeiten für die Seminararbeit geschaffen.

 

  1. Literatur und Quellen

Die Voraussetzung jeder wissenschaftlichen Arbeit – egal ob geschichtswissenschaftlich oder geschichtsdidaktisch – ist eine Recherche. Sie verschaffen sich einen Überblick über Ihr Thema: Was es generell an Literatur gibt, welche Lehrmeinungen und Schulen miteinander im Streit liegen, wo Quellen zu finden sind und wie sie interpretiert wer­den.

 

Anforderungsniveaus

Aufbaumodule: Verwendung der wichtigen Literatur und der wichtigen Quellen

Abschlussarbeiten (Staatsexamen, Master): Verwendung der verfügbaren[2] Literatur und Überblick, Diskussion und Bewertung der verfügbaren Quellen.

 

Für die Geschichtswissenschaft sind Quellen existenziell. Darum sind sie es auch für die Geschichtsdidaktik. Für Seminararbeiten und Referate erwarten wir nicht von Ihnen, dass Sie in die Archive gehen und selber Quellen ausfindig machen, die die Wissenschaft bisher kaum oder nicht beachtet hat – auch wenn wir es natürlich toll finden, wenn Sie das machen. Aber vorhandene gedruckte Quellensammlungen, die Sie in der Bibliothek finden, müssen Sie schon zu Rate ziehen. Sie müssen diese Quellen kennen, um die Literatur und ihre Aussagen bewerten zu können und bei geschichtswissenschaftlichen Kontroversen überhaupt zu verstehen, worum es geht.

 

Welche Literatur kann ich wofür benutzen?

Wir verwenden hier der Einfachheit halber Literatur als Sammelbegriff für denkbare Wissensquellen.

Zitierfähig ist dabei prinzipiell alles; auch das Gespräch am Mensatisch oder ein Graffiti. Aber solche und ähnliche Quellen sagen uns nicht mehr, als dass jemand das gesagt oder gesprayt hat. Ob es stimmt, im Sinne von belegbar, plausibel und triftig, sagt uns das nicht. Das kann nur geschichtswissenschaftliche Literatur.

Der geschichtswissenschaftliche Charakter von Literatur zeigt sich formal in den Anmerkungen (Fußnoten/ Endnoten). Sie verbinden den Text mit den Quellen bzw. der Literatur, auf die er aufbaut, und machen die einzelnen Daten und Aussagen für den kritischen Leser überprüfbar. Inhaltlich zeigt er sich im (Teil-)Wahrheitsbemühen. Das jeweilige Werk soll nicht (nur) unterhalten und auch nicht (nur) überzeugen oder etwas rechtfertigen, sondern bemüht sich, zu unserem Wissen über die Vergangenheit direkt oder indirekt beitragen.

Nichtwissenschaftliche Literatur sind alle historischen Romane, Spielfilme, Hörbücher, Kinderbücher (Was ist was usw.). Das versteht sich von selbst. Aber: Nichtwissenschaftlich sind auch z.B. Schulbücher, fast alle Webseiten (auch die von offiziellen Institutionen wie dem Deutschen Historischen Museum), popu­lär-wissenschaftliche Bücher und Zeitschriften (wie z.B.GEO Epoche, PM History o.ä), die Informationen zur politischen Bildung, Zeitungsartikel (auch von renommierten Historiker/innen), Konversationslexika.

Ob ein Werk als wissenschaftlich gelten kann, hängt nicht vom Autor/ von der Autorin, auch nicht vom Titel oder vom Verlag ab, sondern davon, dass beide (!) Kriterien erfüllt sind: 1. Das Werk legt seine Grundla­gen offen; 2. das Werk dient vor allem der Wissenserweiterung.

 

Nichtwissenschaftliche Literatur ist aber nicht uninteressant. Sie verrät uns etwas darüber, wie historische Ereignisse, Sachverhalte und Zusammenhänge rezipiert und benutzt werden (Geschichtspolitik, Geschichtskul­tur, Geschichtsbewusstsein). Somit kann sie Quelle sein für rezeptionsgeschichtliche Fragestel­lungen: Beispielsweise kann die BILD-Zeitung der 1950er Jahre als Quelle Aufschluss geben über die politische Stimmung in der damaligen BRD ebenso wie Schulgeschichtsbücher Quellen sind für die Ausrichtung des (staatlich verordneten) Geschichtsunterrichts zur Zeit ihres Erscheinens.

Nichtwissenschaftliche Literatur muss auch nicht falsch sein. Manchmal ist sie sogar in der Sache richtiger als sich um Wissenschaftlichkeit bemühende Literatur; und besser geschrieben ist sie leider oft auch. Das nutzt uns aber leider nichts, wenn sie ihre Quellen und Grundlagen nicht offen legt.

 

  1. Die Recherche

Bei der Recherche wird zunächst bibliographiert. Simpler ausgedrückt: Sie machen eine Liste, welche Bücher, Quellensammlungen, Artikel, Webseiten, Filme, Tondokumente usw. es zum Thema gibt. Dabei sind Lexika und Enzyklopädien manchmal recht nützlich. Gegen eine Anfangsrecherche (!!!!) bei wikipedia spricht überhaupt nichts, aber Ihre Recherche kann auf gar keinen Fall (!!!!!!!!) vorwiegend oder ausschließlich auf Internetquellen beruhen.

 

Pragmatischer Weg:

Sie werten Literaturangaben in den Artikeln in geschichtswissenschaftlichen Lexika und Handbüchern aus.

Und: Sie verwenden Überblickswerke und nutzen deren Literaturverzeichnisse.

Und: Sie ermitteln ein bis mehrere Bücher, die das Thema zentral behandeln, und werten deren Literatur­verzeichnis aus.

Systematischer Weg:

Sie verwenden die für das Fach zur Verfügung stehen­den Bibliographien und beginnen mit den neues­ten Publikatio­nen, die Sie in den periodischen Bibliographien und Internet-Datenbanken, z. B. der “Historischen Bibliographie” finden. Für Literatur ab 2003 ist auch h-soz-kult zu durchsuchen. Sie bibliogra­phieren dann rückwärts und enden mit der zentralen Bibliographie zur deutschen Geschichte, dem “Dahlmann-Waitz”.

 

Wie immer Sie vorgehen mögen – an diesen Werken führt kein Weg vorbei:

 Lautemann, Wolfgang [Hrsg.]: Geschichte in Quellen . München 1981 ff.

Die größte und bislang ungeschlagene Quellensammlung für den Geschichtsunterricht.

 Geschichtliche Grundbegriffe.

Weit mehr als nur ein Lexikon zur politisch-sozialen Sprache.

 

Für die Geschichte der deutschsprachigen Länder ist „der Gebhardt“, also das „Handbuch der deutschen Geschichte“ in der jeweils aktuellen Auflage unverzichtbar. Ergänzend gehört die Reclam-Reihe „Deutsche Geschichte in Quellen und Darstellung“ zum Minimum jeder Vorbereitung.

 

Für die Geschichtsdidaktik zusätzlich:

Barricelli, Michele / Lücke, Martin (Hg.): Handbuch Praxis des Geschichtsunterricht. In zwei Bänden. Schwalbach 2012, Erstauflage.

Pandel, Hans-Jürgen / Schneider, Gerhard (Hg): Handbuch Medien im Geschichtsunterricht. Schwalbach 201, 6.Auflage.

Mayer, Ulrich / Pandel,, Hans-Jürgen / Schneider,Gerhard (Hg.), Handbuch Methoden im Geschichtsunterricht. Schwalbach 2013, 4.Auflage.

 

Häufig werden nur Bücher recherchiert. Zeitschriften sind aber ebenso wichtig! Zudem: Bücher sind häufig ausgelie­hen. Fast immer aber haben die Autor/innen vorher oder nachher wichtige Überlegungen schon in Zeitschriften zur Diskussion gestellt. Und die Zeitschriften sind nie ausgeliehen. Durch Rezensionen in Zeitschriften werden Sie zudem auf Bücher aufmerksam, die in der Regel dann auch noch von mehr oder weniger fachkundigen Leuten besprochen und bewertet wurden. Dadurch können Sie sich schnell einen Überblick verschaffen, was z.B. Streit­punkte in der Wissenschaft sind.

Geschichtswissenschaftlich sind für die allgemeine Geschichte die Historische Zeitschrift, für die Neuere und Neu­este Geschichte die Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, die Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte und Geschichte und Gesellschaft, für die Frühe Neuzeit die Zeitschrift für historische Forschung das Minimum.

Geschichtsdidaktisch sind die Zeitschrift für Geschichtsdidaktik, Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, Geschichte lernen, Praxis Geschichte, das Jahrbuch für Geschichtsdidaktik und das Internationale Jahrbuch für Geschichtsdidaktik das Minimum.

 

Eine Recherche ist nicht, „was ich gerade im Regal der UB fand und nicht ausgeliehen war“. Es ist selbstverständlich, dass Sie in anderen Bibliotheken (andere Universitäten, Fachbibliotheken, Deutsche Nationalbiblio­thek, Stadtbibliothek) und in Verbundkatalogen, die eine Fernleihe ermöglichen (gbv, hebis usw.), und bei Rezensionsportalen (hsozkult, historicum) recherchieren. Manchmal werden Sie auch bei den Nachbardisziplinen (Politikwissenschaft, Soziologie, Religionswissenschaften, Amerikanistik) oder bei anderen Wissenschaften mit historischen Anteilen (Geographie, Anglistik, Romanistik, usw.) fündig werden.

Die Ausreden „alles war ausgeliehen“ oder „dazu gibt es nichts“ verraten immer nur, dass jemand nicht ordentlich gesucht hat.

 

 

  1. Bearbeitung und Strukturierung des Materials

Schon in einem frühen Stadium Ihrer Arbeit sollten Sie versuchen, sich durch eine Gliede­rung einen Überblick zu verschaffen. Diese Gliederung wird mit zunehmendem Wis­sen abgewandelt und verfeinert.

Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung einer guten Gliederung. Sowohl für ein Referat oder eine Hochschulstunde als auch für sind eine logische innere Struktur, wie man so schön sagt, „die halbe Miete“. Darum sollten Sie sich als erstes eine vorläufige Gliederung überlegen, und dann Ihren weiteren Erkenntnissen anpassen.

Wenn Sie die notwendige Literatur erfasst haben, geht es ans Lesen und Exzerpieren. Während Sie die Literatur lesen, sollten Sie sich Notizen machen,

  • bei kopierten Texte als Markierung /Anstreichung plus Kommentar oder direkt in einer Datei im Computer
  • bei Büchern auf Lesezeichen, Post-it oder direkt in einer Datei im Computer

Zusammenfassendes Exzerpt: Sie fassen eine größere Textpassage in eige­nen Worten zusammen.

Wörtliches Exzerpt: Sie schreiben einzelne Sätze oder einen Abschnitt ab.

Die Exzerpte werden sodann in eine Reihenfolge gebracht. Bei dieser Reihung ist die Gliederung hilfreich.

An Hand dieser Reihenfolge wird der eigene Text formuliert.

Ziel der Formulierung: Was aus den Quellen und der Literatur entnommen wurde, soll in Ihr eigenes Denken und Ihre eigene Sprache übergehen, an zentralen Stellen verwenden Sie jedoch wörtliche Exzerpte.

Werden die Exzerpte im Text verwendet und angemerkt, dann sind es Zitate. Zitate müssen annotiert (angemerkt) werden.

 

Umschreibendes Zitat:

Haben Sie ein Exzerpt nur in Ihren eigenen Worten wiedergegeben, dann geben Sie in der Fußnote an: “Vgl.“, gefolgt von der Fundstelle.

Wörtliches Zitat:

Haben Sie ein Exzerpt wörtlich wiedergegeben, dann setzen sie es in Anführungszeichen und geben in der Fußnote die Fundstelle an.

 

  1. Zitierregeln

Zitierweise: Hinter allen Informationen, klugen Gedanken oder auch nur gelungenen Formulierungen, die Sie von anderen übernehmen, müssen Sie angeben, woher Sie sie haben. Das dient zum einen zu Ihrem Schutz, z.B. für den Fall, dass die Information falsch ist — oder Ihr Dozent den Gedanken vielleicht nicht so klug findet wie Sie. Es ist zum anderen ein Gebot der Redlichkeit, sich nicht mit fremden Federn zu schmücken — es erwartet auch niemand von Ihnen, das Rad ein zweites Mal zu erfinden, sondern eher, dass Sie in der Lage sind, Fachliteratur und Quellen zu recherchieren, ihren Inhalt wiederzugeben, sie zu diskutieren und eigene Schlussfolgerungen zu ziehen. Zum Dritten gehört es zur Wissenschaft dazu, dass Sie Ihren Leserinnen und Lesern die Möglichkeit geben, Ihre Behauptungen zu überprüfen. Sie möchten das ja auch gern tun, wenn Ihnen eine Behauptung merkwürdig vorkommt.

 

Angegeben werden müssen immer: Autor, Titel, Ort, Auflage, Erscheinungsjahr und die Seitenzahl.

Also:

Bernheim, Ernst: Lehrbuch der historischen Methode und der Geschichtsphilosophie. 6. Aufl. Leipzig 1908, S. 101.

Handelt es sich um eine versteckt (in einem Sammelband oder einer Zeitschrift) er­schienene Arbeit, gibt man an:

Weber, Max: Die “Objektivität“ sozialwissenschaftlicher und sozialpolitischer Er­kenntnis. In: Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik 19 (1904), S. 22-87.

 

Um das einfacher zu gestalten, hat sich die Kurzzitation durchgesetzt. Das heißt: Die konkrete Fundstelle im Text, die ausführliche Literaturangabe im Literaturverzeichnis zum Schluss der Arbeit oder des Arbeitspapiers. Dazu haben Sie idealtypisch zwei Möglichkeiten.

 

Preußische Kurzzitation

Sie setzen eine Fußnote. Die Fußnote enthält: Nachna­men des/der Autors/in: Wichtigstes Wort im Titel, S. und die Seitenzahl. Also1

1McClousky: Scotland, S. 234.

Das Literaturverzeichnis zum Schluss Ihres Papiers und ihrer Seminararbeit enthält – in kleinerer Schrift mit Zeilenabstand 1 – alphabetisch sortiert folgende Anga­ben für jedes verwendete Buch: Name, Vor­name: Titel. Untertitel. Ort, Jahr.

McClousky, Ian: Scotland is not white. 2.Aufl.,Glasgow: 2004.

 

 Amerikanische (Kurz-)Zitation

Hinter dem Zitat geben Sie in Klammern den Namen des/der Autors/in und das Jahr, in dem das Buch erschienen ist, an, davon abgetrennt mit Komma S. und Seitenzahl (McClousky 2004, S. 234). Das Litera­turverzeichnis zum Schluss Ihres Papiers enthält – in kleinerer Schrift mit Zeilenabstand 1 – alphabe­tisch sortiert folgende Angaben für jedes verwendete Buch: Name, Vorname, Jahreszahl: Titel. Untertitel. Ort.

McClousky, Ian, 2004: Scotland is not white. Glasgow, 2. Aufl.

Hat Hr. McClousky zwei Bücher 2004 geschrieben, markieren Sie das mit kleinen Buchstaben (McClousky 2004a, S. 234) und im Literaturverzeich­nis:

McClousky, Ian, 2004a: Scotland is not white. Glasgow, 2. Aufl.

 

Auch wenn Sie von Preußen nicht viel halten, ist in der Geschichtswissenschaft die preußische Kurzzitation üblich, in den (anderen [3]) Sozialwissenschaften hat sich hingegen die amerikanische Zitation durchgesetzt.

Zitierregeln sind Bräuche, die je nach Wissenschaft, Universität, Dozent/in, Verlag oder Redaktionsüberlieferung einer Zeitschrift verschieden gehandhabt werden. Ob es Kommata, Punkte, Doppelpunkte, Semikolon oder Schrägstri­che sind, die die einzelnen Angaben voneinander trennen, und ob nach Punkten ein Komma gesetzt werden kann, darüber lassen sich Glaubenskriege führen, ebenso ob der Untertitel erwähnt werden muss, wie sie Herausge­ber abkürzen (Hg., Hrg., Hrsg.), ob es sich schickt, den Verlag anzugeben, usw.

Letztlich ist es Ihre Entscheidung, wie Sie zitieren, solange Sie es einheitlich und nachvollziehbar tun. Je einfacher Sie es Ihren Leser/innen machen, umso besser.

Was immer Sie tun: Mischen Sie amerikanische und preußische Zitierweise bitte nicht, das kombiniert nämlich die Nachteile, die beide haben. Und setzen Sie bitte auf gar keinen Fall Endnoten, denn sonst sind ihre Leser/innen mehr am Blättern, als am Lesen. Und das muss ja nicht sein.[4]

Häufig wird gefordert, dass bei der ersten Zitation eines Werkes sämtliche Angaben, die auch im Literaturverzeichnis erscheinen, an­geführt werden. Der Sinn davon ist nicht ersichtlich, da sich ja alle Angaben in ihrem Literaturverzeich­nis befinden. Aber vielen Leuten ist diese Regel heilig.

Das Verzeichnis im Anhang wird unterteilt in “Quellen“ und “Zitierte geschichtswissenschaftliche Literatur“. Der Ausdruck “Sekundärliteratur“ ist in der Regel überflüssig, weil alles, was nicht Quelle ist, se­kundär ist. Diese Unterteilung hat den Vorteil, dass alle Leser/innen, Zuhörer/innen und Zuschauer/innen sofort wissen, welche Quellen und welche Literatur sie zugrunde gelegt haben.

Nichtwissenschaftliche Literatur gehört logisch, auch wenn‘s komisch wirkt, zu den Quellen. Denn sie sind ja als Quellen für die momentane Geschichtskultur und/oder Geschichtspolitik heranzitiert worden. Wenn ihnen das zu merkwürdig vorkommt, können Sie auch eine Extra-Abteilung „Zitierte nicht-wissenschaftliche Literatur“ einrich­ten.

Das Wort „zitierte“ sagt’s Ihnen schon: Da gehören nur Literatur und Quellen hinein, die Sie auch wirklich zitiert haben – und nicht alles, was sie im Laufe Ihres Lebens schon immer mal gelesen haben wollten.

Internetseiten sind immer getrennt anzugeben, und zwar die gesamte Internetadresse, zusammen mit dem Datum, wann Sie sich die Seite das letzte Mal angeschaut haben. Und zwar bitte genau; ein pauschaler Hinweis auf „wikipe­dia“ o.ä. reicht nicht.

Benutzen Sie Bilder, Diagramme und Karten – was durchaus eine gute Idee ist – ist ein Abbildungsverzeichnis mit Quellenangabe unumgänglich.

 

  1. Zusammenarbeit mit den Mitreferent/innen

In der Regel werden Sie Ihr Referat oder Ihre Hochschulstunde nicht alleine halten. Auch wenn Sie arbeitsteilig vorgehen, ist die interne Kommunikation sehr wichtig: Ein Referat kann kein beziehungsloses Abrattern von Referatsbe­standteilen sein, zudem besteht die Gefahr von Überschneidungen, Wiederholungen und Lücken. Alle Mitglieder einer Referatsgruppe sollten die gemeinsame Präsentation kennen und im Wesentlichen wissen, was die Kolleg/innen zu erzählen vorhaben. Das hilft ungemein, wenn plötzlich ein/e Mitreferent/in durch Krankheit ausfällt und improvisiert werden muss.

Für jedes Referat sollten Sie – zusätzlich zu eventuellen Diskussionsmöglichkeiten im Rahmen der Veranstaltung – zwei bis vier Vorbereitungstreffen einplanen. Es versteht sich von selbst, dass Sie zu diesen Vorbereitungssitzungen gut vorbereitet erscheinen. Wer alles auf den berühmten „letzten Drücker“ vorbereitet, wird nicht nur keine guten Referate halten, sondern im Referendariat mühsam umlernen müssen oder grausam scheitern.

Noch ein Wort zu den Trittbrettfahrer/innen: Helfen Sie diesen Kommiliton/innen nicht. Die Begründungen, warum nichts gemacht werden konnte, sind sicherlich häufig herzerwärmend und bestimmt auch immer wahr. Aber so wenig Studierende sich wechselseitig in die Pfanne hauen sollten, so wenig sollten Sie die Arbeit anderer für diese miterledi­gen oder die inhaltlichen Lücken eines Referats zukleistern. Der Appell an die studentische Solidarität sollte auch deswegen ungehallt verhören, weil Kurs und Dozent/in nachher das gemeinsame Endergebnis beurteilen, und dass untätige Mitglieder das Niveau eines Referats inhaltlich nach unten ziehen, ist eine immer wiederkehrende Erfahrung. Stellen Sie sich einfach mal vor, was voraussichtlich für Lehrer/innen aus diesen Kommiliton/innen werden, und ob Sie möchten, dass Ihre kleinen Geschwister, Nichten oder Neffen oder eigenen Kinder von solchen Leuten unterrichtet werden.

Und wenn Sie selber bislang zu den erfolgreichen Trittbrettfahrer/innen gehören: Lassen Sie’s. Entweder das Trittbrettfah­ren. Oder das Studieren.

 

  1. Die Sachanalyse und der Ablaufplan

Zu jedem Referat im Aufbaumodul (also nicht bei der Übung Medien und nicht bei den Proseminaren) und zu jeder Hochschulstunde gehört eine Sachanalyse. Das ist auf zwei Seiten zusammengefasst der Stand der Wissenschaft zum Thema plus Literaturangaben. Die Sachanalyse ist quasi eine „kleine Seminararbeit“, die nachweist, dass Sie Ahnung von dem Thema haben. Die Sachanalyse soll von der Referatsgruppe gemeinsam erstellt und besprochen werden; selbstverständlich dürfen Sie arbeitsteilig vorgehen. Aber jede/r von Ihnen muss einen Beitrag zur Sachanalyse liefern. Die Sachanalyse muss zur Vorbesprechung in der Sprechstunde vorliegen.

Die Sachanalyse ist – weil sie eine kleine Seminararbeit ist – eine gute Vorarbeit für eine richtige Seminararbeit. Auf jeden Fall zeigt Sie Ihnen aber, ob Sie Ihr Thema beherrschen. Die Sachanalyse wird übrigens vorab online gestellt und von Ihren Kommiliton/innen gelesen. Es lohnt sich, da etwas Arbeit hineinzustecken.

Jede Gruppe legt auch einen Ablaufplan für ihr Referat vor. Daraus geht hervor, wer welche Themen wie lange präsentiert, referiert, diskutiert und kritisiert. So wird auch sichergestellt, dass niemand in Ihrer Referatsgruppe zu kurz kommt oder es ein grobes Ungleichgewicht der Arbeitsanteile gibt.

 

  1. Das Arbeitspapier

Zu jedem Referat gehört ein Arbeitspapier; für Hochschulstunden lesen Sie bitte das Hochschulstunden-Manual.

Ein Arbeitspapier sollte vier Seiten DinA5 beidseitig im Umfang nicht überschreiten; soll= muss, wenn kann. Unabhän­gig davon können Sie natürlich zusätzlich noch Quellen, Materialien, Bilder usw. verteilen.

Ein Arbeitspapier hat keinen Sinn, wenn nicht mit ihm gearbeitet werden kann. Das heißt: Es sollte nicht als sinnlose Pflichtübung erstellt und in der letzten Minute des Referats als sinnloses Papierschwalbenmaterial verteilt werden.

Sinnvolle Formen von Arbeitspapieren:

  1. Thesenpapier: Wichtige Gedanken werden in Thesenform dargestellt; die wichtigsten Punkte in einer übersichtli­chen Art zusammenfasst. Das Papier sollte den Verlauf des Referates strukturieren, jedoch nicht alles Gesagte enthalten. Bitte lassen Sie Platz für eigene Überlegungen und die Verschriftlichung von Kritiken und Diskussionsergebnisse durch Ihre Zuhörer/innen
  2. Zitatesammlung: Andere haben prägnante Thesen formuliert und Sie zitieren diese, um sie dann zu diskutie­ren. Bitte lassen Sie Platz für eigene Überlegungen und die Verschriftlichung von Kritiken und Diskussionser­gebnisse durch Ihre Zuhörer/innen
  • Wirkliches Arbeitspapier: Das Papier enthält wichtige Stichworte und prägnante Zitate, zu denen Ihre Zuhö­rer/innen sich Notizen auf dem Arbeitspapier machen. Sehr ökonomisch ist es, Ihre Präsentation gleich so zu entwerfen, dass Sie diese nur noch ausdrucken müssen und Sie ein fertiges Arbeitspapier haben.
  1. Ausformulierte Verschriftlichung des eigentlichen Vortrags. Vorsicht: Das ist was für Könner! Denn auf kei­nen Fall dürfen Sie den Vortrag nachher vom Blatt ablesen, auf jeden Fall müssen Sie illustrierende Anek­doten, zusätzliche Zitate und kleine Exkurse parat haben und auf dem Arbeitsblatt einen etwas breite­ren Rand für Notizen lassen. Aber wer das macht, macht mal was Neues und Ungewöhnliches.

 

Jedes Arbeitspapier enthält:

  • Kopfzeile (Universität/ Institut/ Kurs/ Leitung/ Name der Referent/innen / Semester/ Datum)
  • Überschrift = Thema des Referates
  • Text + andere Bestandteile
  • Literatur- und Quellenangaben

Der Entwurf des Arbeitspapiers oder der Arbeitspapiere ist zusammen mit allen anderen Materialien zur Vorbespre­chung mitzubringen!

 

 

  1. Die zwei Vorbesprechungen

Alle Referate und Hochschulstunden müssen mit dem zuständigen Tutor/der zuständigen Tutorin vorbesprochen werden. Die Sprechstunden der Tutor/innen finden Sie auf der Webseite www.frankoliversobich.de. Zu dieser Sprechstunde sollten Sie bereits möglichst gut vorbereitet erscheinen, damit möglichst konkrete Vorschläge gemacht werden können.

Alle Referate müssen mit dem Dozenten oder der Dozentin spätestens (!!!!!!) in der Woche vor dem Referat vorbesprochen werden.

Bei dieser Vorbesprechung ist die gesamte Referatsgruppe gleichzeitig anwesend und hat alle Materia­lien dabei, die Sie vorhaben zu benutzen.

Der Sinn der Vorbesprechung ist zum einen, sicherzustellen, dass das Proseminar, die Übung oder das Seminar ein gutes Referat erwarten darf. Zum anderen schützt es aber auch die Referatsgruppe vor bösen Überraschungen und ist eine gute Gelegenheit, noch einmal Fragen und Unsicherheiten zu diskutieren.

Zur Vorbesprechung legt die Gruppe folgendes vor:

  • das Arbeitsblatt und die Präsentation
  • einen Ablaufplan, der für Referate zeigt, wer was wie lange macht, für Hochschulstunden einen ge­nauen Verlaufsplan aufzeigt (s. Hochschulstundenmanual)
  • eine zweiseitige Sachanalyse mit Litertaturangaben, die den Stand der Wissenschaft zum Thema zusammenfasst und auf mindestens fünf wissenschaftlichen Büchern beruht.
  • für Hochschulstunden eine didaktische Analyse mit Leitfrage, Lernzielen und Hinweisen, welche Kom­petenzen gefördert werden.

Je besser vorbereitet Sie in die Vorbesprechung kommen, umso weniger böse Überraschungen werden Sie im Referat erleben, umso hilfsbereiter wird Ihr/e Dozent/in sein und umso besser wird er/sie Ihnen auch helfen können.

Wer die Tutor/innen-Sprechstunde versäumt und ratlos in die Sprechstunde des Dozenten kommt und ‚leider bisher nicht so richtig was hat vorbereiten können‘, darf sich nicht wundern, wenn er oder sie dann kein Referat halten wird und es auch keine Möglichkeit mehr gibt, in diesem Semester noch einen Schein in dieser Veranstaltung zu machen.

Die Vorbesprechung dauert zwischen 15 und 30 Minuten.

 

  1. Die Präsentation und das Referat

Grundvoraussetzung für jedes Referat ist, dass man die präsentierten Inhalte selbst versteht und so verarbeitet, dass die Zuhörer/innen die Sache(n) erfassen, obwohl sie die Literatur nicht gelesen haben. Wenn Sie etwas nicht verstan­den haben, dann plappern Sie es nicht einfach nach, sondern stellen Sie die Behauptung zur Diskussion. Wichtig ist aber, dass bei aller notwendigen Reduktion das Referat keine Ansammlung oberflächlicher Allgemeinplätze wird.

Mit Referaten üben Sie etwas, was alle guten Lehrer/innen können: Einen Lehrvortrag halten.

Jedes Referat ist von einer Präsentation begleitet. Präsentation und Arbeitsblatt sollten aufeinander abgestimmt werden. Ein gutes Referat besteht aus einem guten Vortrag, der eine gute Präsentation mit einem guten Arbeitsblatt verbindet und das Publikum einbezieht.

Mit Referaten üben Sie etwas, was alle guten Lehrer/innen können: Lehrvorträge sinnvoll mit Materialien und Medien unterstützen.

Kriterien für eine gute Präsentation [5] :

Folien

+ nicht überfüllt

+ Qualität statt Quantität,

+ nicht zu viele Folien

+ gut lesbare Schriftgröße

+ gute Strukturierung

+ vortragsunterstützend, nicht leitend

+ Einheitlichkeit

+ Effekte nur sparsam einsetzen

+ Bilder, Diagramme usw. in guter Qualität

++ fehlerfrei (Korrektur lesen!!!)

+ keine Dopplungen

+ Arbeiten mit den Elementen der Präsentation

Vortrag

+ freier Vortrag; Stichpunkte auf Karteikarten

+ laut! deutlich!

++ nicht zu schnell!

+ Vorher üben!!!!

+ Augenkontakt mit dem Publikum

+ im Stehen

+ Körpersprache (vor dem Spiegel üben)

+ zielgruppenangepasst

+ spannend!

+ Einstieg, der Interesse weckt!

+ keine Dopplungen

+ + inhaltlich richtig

+ roter Faden / Leitfrage

+ Füllwörter vermeiden

+ IN EIGENEN WORTEN

+ aber hochsprachlich

Publikum

 

Von Seiten der Referent/innen

+ guten Einstieg wählen

+ Blickkontakt

+ Publikum einbeziehen

+ Diskussionsmaterial liefern

+ Zeit für Fragen und Diskussionen einplanen

+ auf Interessen eingehen

 

Von Seiten des Publikums

+ zuhören

+ MITSCHREIBEN

+ auf Redner/in fokussieren

+ nicht unnötig den Raum verlassen

+ nicht stören oder andere ablenken

 

 

Es sollte selbstverständlich sein, dass auch bei fachwissenschaftlichen Referaten das Publikum zumindest hin und wieder mehr zu tun hat, als nur dazusitzen und zuzuhören.

Grundsätzlich sollte nach jedem größeren Sinnabschnitt eine Pause für Verständnisfragen gemacht werden. Und überlegen Sie, wo Ihre Kommiliton/innen Zweifel und Kritik vorbringen könnten.

 

  1. Das Feedback und die Nachbesprechung

Eine gute Referatsgruppe in geschichtswissenschaftlichen Seminaren oder Übungen überlegt sich selbst, wie sie ein Feedback vom ihrem Publikum bekommt, mit dem es etwas anfangen kann. Das heißt, es ist mehr gefragt als „gut“ oder „schlecht“, J oder L.

Bei Hochschulstunden, wo ja das Feedback der zweite Teil der Sitzung ist, dürfen Sie auch selber Vorschläge ma­chen und in Absprache mit dem Dozenten/ der Dozentin ein Feedback vorbereiten.

Alle Referate werden in der darauf folgenden Sprechstunde mit dem Dozenten/ der Dozentin nachbesprochen. Diese Nachbesprechung ist dann am sinnvollsten, wenn Sie a) das Feedback des Seminars präsent haben und b) die Nachbespre­chung nicht als langweiliges und unnützes Ritual betrachten, sondern als Anregung dafür, Referate besser zu machen und ggf. eine gute Seminararbeit zu schreiben.

 

  1. Die Proseminararbeit / Seminararbeit

Seminararbeiten stellen geschichtswissenschaftliche Texte dar, die ein eingeschränktes Thema behandeln. Sie sollen dabei die Techniken des geschichtswissenschaftlichen Argumentierens und Schreibens erlernen. Zu beachten sind vor allem die Sprache (Vermeidung von Grammatik-/ Rechtschreibfehlern und der Umgangssprache!), die sich an dem geschichtswissenschaftlichen Duktus orientieren sollte, sowie die geschichtswissenschaftliche Zitierweise (wörtliche Zitate und Paraphrasen; Fußnoten mit bibliographischen Verweisen/ Quellenangaben; Lang-/ Kurzzitate etc.). Bitte achten Sie auf geschlechtersensible Formulierungen, um den historischen/ geschichtswissenschaftlichen Sachverhalt eindeutig darzulegen.

 

Formalia:

– DIN-A4; Schrift: Times New Roman; Schriftgröße: 11 oder 12; ohne seitliche Einzüge (0-16);

– Zeilenabstand: 1,5;

– Paginierung!

– Blocksatz/Silbentrennung verwenden

– Seitenzahlen (nicht auf dem Deckblatt)

– annehmbare Seitenränder (nicht zu knapp, nicht zu weit)

– Absätze zur besseren Übersichtlichkeit

– nicht mehr als zwei Schriftarten verwenden

– Nutzung nachvollziehbarer Kürzungen der Quellen- und Literaturangaben

in den Anmerkungen

– Abkürzungen nach Vorgabe des Dudens verwenden, alle anderen Abkürzungen sind

  1. B. in einem separaten Abkürzungsverzeichnis aufzulösen

– eine Anmerkung ist immer ein Satz (großer Buchstabe am Anfang, Satzzeichen am Ende)

 

Die Grundlage einer jeden gelungenen Seminararbeit sind ein vernünftiger Ausdruck sowie die korrekte Verwendung der Rechtschreibung und Grammatik!

Ab einem bestimmten Punkt sind Sie betriebsblind für Ihre eigenen Fehler. Suchen Sie sich jemanden von außerhalb (Mitstudierende, Geschwister, Eltern), der/die Ihre Arbeit Korrektur liest. Am Schlauesten ist es, mit jemandem ein Tandem zu bilden und wechselseitig die Arbeiten Korrektur zu lesen und zu besprechen.

 

 

  • Deckblatt

– Titel der Arbeit

– Art, Titel und Lehrender des Seminars

– Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Matrikelnummer des Autors (eventuell Tel.-Nr.)

– Angaben zu Studiengang, -fächern, Semesteranzahl

 

  • Inhaltsverzeichnis/Gliederung

– möglichst in mehreren Ebenen, um die Übersichtlichkeit der Arbeit zu gewährleisten

– Angabe der Seitennummerierung

– es ist darauf zu achten, dass die Namen der einzelnen Kapitel mit den Überschriften im

Text übereinstimmen

 

  • Vorwort/Einleitung

– Erläuterung und Abgrenzung des Themas (Problemaufriss)

– Entwicklung der Problemstellung und der eigenen Fragestellung (Ziel der Arbeit)

– Skizzierung des Forschungsstandes sowie der Quellen- und Literaturlage

(- Erörterung der angewendeten Methoden und Verfahren)

(- Begründung zum Aufbau/Struktur der Darstellung)

(- Begriffsklärungen)

 

  • Darstellungs-/Hauptteil

Die in der Einleitung festgelegte Struktur der Arbeit wird im Hauptteil argumentativ bzw. mit Fakten unterfüt­tert. Es muss sich ein Zusammenhang (“roter Faden”) zwischen den Einzelaspekten des behandelten The­mas ergeben, ein bloßes “Hinwerfen” von Fakten oder Einzelargumenten kann nicht Ziel des Erstellens ei­ner Seminararbeit sein.

Möglich sind dabei folgende Herangehensweisen (je nach Art des Themas, der Fragestellung und der Methode):

– chronologisch-systematische Bearbeitung

– vom Allgemeinen zum Besonderen

– vergleichende (diskursive) Bearbeitung

– induktive Bearbeitung (vom Beweis zur Theorie)

– deduktive Bearbeitung (von der Theorie zur Anwendung)

 

  • Zusammenfassung/Schlussteil

– Ergebnisse der Arbeit zusammenfassen (thesenförmig) und in größere Zusammenhänge

einbinden (Fazit)

– Hinweis auf bisher ungelöste Forschungsprobleme (mögliche weitere Fragestellungen)

– Ausblick auf weitere historische Entwicklungen

 

  • Quellen- und Literaturverzeichnis

– je nach Umfang und Art der benutzten Hilfsmittel separat gliedern

– darauf achten, dass auch Internet-Angaben vermerkt werden (inklusive Datum und Uhrzeit

des Zugriffs)

 

(gegebenenfalls Anhang mit Quellentexten/Abbildungen/Abkürzungsverzeichnis)

 

Gute Seminararbeiten fallen nicht vom Himmel. Je mehr geschichtswissenschaftliche Literatur Sie lesen, umso einfacher wird es Ihnen fallen, einen flüssige geschichtswissenschaftliche Arbeit zu schrieben. Wenn es ein ganz neues Feld für Sie ist, lohnt es sich, ein Ratgeberbuch über geschichtswissenschaftliches Arbeiten zu kaufen und gründlich durchzulesen. Bei Fragen sind Ihre Dozent/innen für Sie da. Verschmähen Sie bitte nicht die Hilfsangebote der Universität (Schreibworkshops). Wenn Sie eine Schreibblockade haben – das passiert jeder und jedem mal – dann quälen Sie sich nicht mit Selbstvorwürfen, sondern tun Sie was dagegen. Manchmal hilft ein langer Spaziergang, manchmal müssen sie mit jemandem reden – und manchmal benötigen Sie eventuell auch professionelle Unterstützung. Auch das ist keine Schande.

 

 

  1. Gliederung von Auswertungen von Hochschulstunden in geschichtsdidaktischen Seminaren

Die Auswertung einer Hochschulstunde orientiert sich am klassischen Lehrprobenentwurf. Bei einer Hochschul­stunde erübrigt sich allerdings die Bedingungsanalyse: Weder müssen Sie die Goethe Universität und das Seminar für Geschichtsdidaktik als institutionelle Rahmenbedingungen analysieren, noch mehr oder weniger gute Beobachtun­gen über das Seminar, in dem Sie die Hochschulstunde halten, abgeben.

  • Titelblatt mit Titel der Arbeit, Art, Titel und Lehrender des Seminars, Name, Anschrift, E-Mail-Adresse und Matrikelnummer des Autors (eventuell Tel.-Nr.), Angaben zu Studiengang, -fächern, Semesteranzahl.
  • Inhaltsverzeichnis/Gliederung

– möglichst in mehreren Ebenen, um die Übersichtlichkeit der Arbeit zu gewährleisten

– Angabe der Seitennummerierung

– es ist darauf zu achten, dass die Namen der einzelnen Kapitel mit den Überschriften im

Text übereinstimmen

 

  • Einleitung (kurz)

– Erläuterung und Abgrenzung des Themas (Problemaufriss)

– Entwicklung der Problemstellung und der eigenen Fragestellung (Ziel der Arbeit)

– Skizzierung des Forschungsstandes sowie der Quellen- und Literaturlage

(- Erörterung der angewendeten Methoden und Verfahren)

(- Begründung zum Aufbau/Struktur der Darstellung)

(- Begriffsklärungen)

 

  • Sachanalyse: Was ist der Stand der Wissenschaft zum Thema der Hochschulstunde? Der Stand der Wissenschaft ergibt sich nicht aus einem oder zwei Fachbüchern, sondern aus mindestens zehn. Fachbü­cher sind nicht: Schulbücher, Webseiten, GEO Epoche /PM History o.ä. (S. Hinweise zur Re­cherche)
  • Didaktische Analyse: Begründung der Auswahl des Stoffs für die eigene Stunde und Erläuterung, was daran und daraus gelernt werden könnte; gerne auch: Diskussion über alternative Stoffauswahl und Lernziele. “Steht im Lehrplan” ist keine Begründung. Selbstverständlich lesen Sie vor Ihrer Pla­nung geschichtsdidaktische Literatur und setzen sich in Ihrer didaktischen Analyse damit auseinan­der.
  • Begründung der methodischen Entscheidungen: Warum sind Sie so vorgegangen und nicht anders? Was Methoden leisten können, ist in der geschichtsdidaktischen und erziehungswissenschaftlichen Lite­ratur zum Thema nachzulesen. Lesen Sie, überprüfen Sie, zitieren Sie.
  • Entwicklung der Stundenplanung im Lauf der Diskussion in der Gruppe, Vergleich der letztgültigen Stundenplanung zum realen Ablauf der Stunde
  • Kritik und eigene Reflexion
  • Literatur
  • Anhang: Unterrichtsmaterialien (auch gerne die, die Sie nur geplant, aber nicht eingesetzt haben).

 

Gute Seminararbeiten fallen nicht vom Himmel. Je mehr geschichtswissenschaftliche Literatur Sie lesen, umso einfacher wird es Ihnen fallen, einen flüssige geschichtswissenschaftliche Arbeit zu schrieben. Wenn es ein ganz neues Feld für Sie ist, lohnt es sich ein Ratgeberbuch über geschichtswissenschaftliches Arbeiten zu kaufen und gründlich durchzulesen. Bei Fragen sind Ihre Dozent/innen für Sie. Verschmähen Sie bitte nicht die Hilfsangebote der Universität (Schreibworkshops). Wenn Sie eine Schreibblockade haben – das passiert jeder und jedem mal – dann quälen Sie sich nicht mit Selbstvorwürfen, sondern tun Sie was dagegen. Manchmal hilft ein langer Spaziergang, manchmal müssen sie mit jemandem reden – und manchmal benötigen Sie eventuell auch professionelle Unterstützung. Auch das ist keine Schande.

 

Wann haben Sie eine gute Seminararbeit geschrieben?

Wenn es Ihnen gelungen ist, gestützt auf Quellen, Literatur und eigenes Nachdenken klarzumachen, warum das Thema Ihrer wichtig und spannend ist und was Sie daraus gelernt haben.

 

 

Anmerkungen

[1] Diese Hinweise beruhen auf einem Arbeitspapier von Prof. Dr. Stamm-Kuhlmann, Historisches Institut, Universität Greifswald 2008; einem Arbeitspapier von Dr. Riemer, basierend auf einer Vorlage von Dr. Michael Scholz, Greifswald 1996/2008 und eigenen Überlegungen. Herr Prof. Stamm-Kuhlmann und Herrn Dr. Riemer danke ich für die Erlaubnis zur Verwendung ihrer Überlegungen.

[2] Verfügbar heißt nicht, „was gerade zufällig noch im Regal steht“, sondern was durch Ausleihe, Vorbestellung, gründliche Recherche in Zeitschriften und ggf. Fernleihe erreichbar ist.

[3] Ob die Geschichtswissenschaft eine Sozial-, Geistes- oder Kulturwissenschaft ist, sei ein anderes Mal diskutiert.

[4] Haben andere Dozent/innen allerdings bestimmte Vorgaben, führen Sie besser keine Glaubenskriege um Formalia, sondern machen es dann bei deren Seminararbeit so wie gefordert, und bei allen anderen so wie es Ihnen vernünftig erscheint.

[5] Diese Kriterien wurden in Zusammenarbeiten mit den Teilnehmer/innen der Proseminare und Übungen „Medien des historischen Lernens“ SoSe 2011, WiSe 2011/12, SoSe 2012, WiSe 2012/13, SoSe 2013, WiSe 2013/14 und SoSe 2014 an der Universität Paderborn und der Goethe Universität Frankfurt entwickelt und vervollständigt.

 



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